Gigi Romeiser: Offener Brief an den
Bundespräsident
Herr Bundespräsident!
Bußfertig eilten Sie nach Auschwitz am
Holocaust-Gedenktag, den wir einem Ihrer
Vorgänger zu verdanken haben, um als erster
deutscher Bundespräsident dort eine Rede zu
halten und die Verbrechen der Deutschen
anzuprangern. Mit Ihrer Rede nehmen auch Sie
unser ganzes Volk noch 66 Jahre nach Kriegsende
in Sippenhaft. Eine solche Sippenhaftung sieht
unser Rechtssystem nicht vor. Es ist zudem
unzulässig, daß Sie durch diensteifrige
Schuldbekenntnisse bei Ihren
Auslandsbesuchen die Würde des deutschen Volkes
verletzen, das Sie Kraft Amtes zu vertreten
haben. Kein Politiker irgendeines anderen Landes
der Welt würde sich dermaßen erniedrigen.
Seit Jahrzehnten wartet das Deutsche Volk auf
einen Politiker, der würdevoll unserer eigenen
Opfer gedenkt. 15 Mio Deutsche sind umgebracht
worden, davon die meisten nach dem Krieg, nach
Hitler. Für sie gibt es weder ein Gedenktag noch
eine Gedächtnisstätte. Deutsche Opfer werden
verhöhnt, indem geschichtsfälschend alle
Verbrechen an ihnen als eine unmittelbare Folge
der
Hitlerpolitik erklärt, entschuldigt und
kleingeredet werden. Diese himmelschreiende
Ungerechtigkeit ist nur zu bereinigen, wenn auch
die Verbrechen der Siegermächte und die der
Vertreiberstaaten benannt werden, die nach
Öffnung vieler Archive inzwischen belegt sind:
-15
Millionen Menschen sind vertrieben, enteignet,
entrechtet und in eine Hölle geschickt worden.
Ein Menschheitsverbrechen, das einmalig in der
Welt da steht. "7,3 Millionen sind in der
Ostzone und in den drei Westzonen angekommen.
Sechs Millionen Deutsche sind vom Erdboden
verschwunden. Sie sind verdorben, gestorben."
(Kanzler Konrad Adenauer, "Erinnerungen",
"1945-1953", S. 186.)
-
1042 deutsche Städte wurden bombardiert und dem
Erdboden gleichgemacht, alle Städte von mehr als
3000 Einwohnern, darunter alle Großstädte. In
der Wüste von Utah probten die Amerikaner
während des Zweiten Weltkriegs an detailgetreu
nachgebauten Mietskasernen die fabrikmäßig
geplante Einäscherung deutscher Städte. Ein ganz
Großer der modernen Architektur hat sie
erschaffen - der deutsch-jüdische Architekt
Erich Mendelsohn (DER SPIEGEL 41/1999)
-
Millionen von Frauen und Kinder wurden
vergewaltigt und für ihr Leben geschädigt.
- ca. 11 Millionen deutsche Soldaten kamen in
Kriegsgefangenschaft der Alliierten und wurden
entgegen der Haager Landkriegsordnung an andere
Länder ausgeliefert, wie Polen, Tschechei und
Jugoslawien, wo sie fürchterlichen Qualen und
grausamen Behandlungen ausgesetzt waren.
-
die Deutschen wurden dem Hungertod preisgegeben
in einem völlig zerbombten Land. Die Deutsche
Ärzteschaft damals zur deutschen Ernährungslage:
"Wir als deutsche Ärzte halten uns für
verpflichtet, die Weltöffentlichkeit darauf
hinzuweisen, daß das, was hier geschieht, das
Gegenteil ist von der versprochenen "Erziehung
zur Demokratie"; . Was wir erleben, ist die
Vernichtung der geistigen und körperlichen
Substanz eines großen Volkes." (Quelle: Archiv
der Bundesärztekammer. Nachlaß Karl Oelemann Nr.
27: Ernährungsrat der deutschen Ärzte.).
-
die USA haben viele Todeslager auf den
Rheinwiesen eingerichtet. Dort haben die
Amerikaner Gefangene in voller Absicht
verhungern lassen. Güterzüge des Internationalen
Roten Kreuzes mit Lebensmitteln und Medikamenten
wurden mit der Behauptung zurückgeschickt, es
seien ausreichend Lebensmittel vorhanden. Vor
den Augen der Verhungernden wurden Lebensmittel
verbrannt. Den Gefangenen wurde unter Mißachtung
der Genfer Konvention der Kriegsgefangenenstatus
aberkannt (s. James Bacque "Der geplante Tod").
"Sie litten Hunger und waren der Witterung
schutzlos ausgesetzt", sagten Sie, Herr
Bundespräsident, in Auschwitz am 27.1.2011,
wobei Sie offensichtlich nicht an die deutschen
Opfer dachten.
-
1/3 unseres Landes (164 497 qkm) mit
unermeßlichen Werten wurde uns genommen.
- 346.000 deutsche Patente wurden konfisziert,
20.870 deutsche Warenzeichen, 50.000 neue
Farbformeln.
- 523 deutsche Wissenschaftler wurden in die USA
überführt und unzählige in die Sowjetunion.
Allein 700 führende Fachleute von Junkers
(Flugzeugwerke Dessau) wurden mit ihren
Familienangehörigen (über 2500 Personen) in die
Sowjetunion deportiert am 22. Oktober 1946.
(Nahezu alle Industriezweige waren betroffen und
führende Hochschulprofessoren. Keiner hatte
einen Arbeitsvertrag oder Ausweis).
-
unersetzliche Kunstwerke wurden uns geraubt. U.
a. wurden 52 Waggons mit Gold- und Silberbarren,
Juwelen, Perserteppiche, über 1000 Ölgemälde,
Kisten voller Goldmünzen, Tafelsilber,
Porzellan, wertvolle Briefmarkensammlungen,
Pelze und seltene Bücher am 17.4.1945 von
amerikan. Truppen beschlagnahmt. Fachleute
sprechen vom Raub des Jahrhunderts.
-
unsere Goldreserven aus dem Salzbergwerk Merkers
wurden geraubt und 2,75 Milliarden RM in
Papiergeld. Auch Devisen und Gold der Berliner
Reichsbank blieben verschwunden (300 Mio RM).
Die USA beschlagnahmte völkerrechtswidrig auch
das deutsche Vorkriegsvermögen von rund 600 Mio
Dollar - Adenauer bemühte sich 1957 vergeblich
um die Rückgabe. Hinzukommen Unsummen für
Reparationen, Leistungen aus laufenden
Produktionen, Besatzungskosten und bis in die
heutige
Zeit Stationierungskosten (wir sind noch immer
ein besetztes Land)
-
unsere wertvollen Wirtschaftsanlagen wurden
demontiert und mitgenommen Herr Bundespräsident,
Sie betonen unermüdlich: Wir müssen die
Erinnerung wach halten. Aber bitte alle
Erinnerungen und nicht nur Teilausschnitte, die
ausnahmslos zu Lasten Deutschlands gehen. Pat
Buchanan, republikan. Bewerber für das Amt des
amerikanischen Präsidenten sagte einmal:"Die
Welt weiß alles, was die Deutschen getan haben,
aber sie weiß nichts über das, was den Deutschen
angetan worden ist." Sie verkünden, daß wir in
tiefer Freundschaft mit unseren polnischen
Nachbarn verbunden sind. Freundschaft gibt es
nur in einer Atmosphäre des Vertrauens, der
Offenheit, der Wahrheit und des gegenseitigen
Respekts. Dauerhaft unterdrückt wird die Rolle
Polens vor dem Zweiten Weltkrieg. Polen lebte
mit keinem seiner Nachbarn in Frieden (außer mit
Lettland und Rumänien). Polen hat ab 1920
schwere Menschenrechtsverletzungen an den 11
Millionen Menschen der nichtpolnischen
Minderheiten (Deutsche, Juden, Ukrainer,
Weißrussen) im Vielvölkerstaat begangen.
Am
14. Dezember 1931 beschreibt der englische
MANCHESTER GUARDIAN die polnische
Nationalitätenpolitik als eine "Hölle". Am 15.
Juni 1932 berichtet Lord Noel-Buxton: ".Aus dem
Korridor und aus Posen sind bereits nicht
weniger als 1 Million Deutsche seit der Annexion
abgewandert, weil sie die Bedingungen dort
unerträglich finden." Ministerpräsident Tusk
stellte völlig selbstverständlich fest, für
Polen ist Vertreibung kein Thema. Das ist
ungeheuerlich und von deutscher Seite hätte man
umgehend dagegen vorgehen müssen. Ständig werden
neue Massengräber mit deutschen Opfern auf jetzt
polnischem Gebiet gefunden, die Überreste werden
ohne Untersuchung mit Schaufelbaggern entsorgt
und deutsche Politiker schauen tatenlos zu und
sind an keiner Aufklärung interessiert. Auch von
Ihnen werden diese Toten ignoriert und damit
noch im Tode ihrer Würde beraubt. Indem unsere
Politiker und insbesondere die Bundeskanzlerin,
der Außenminister und Sie als der höchste
Repräsentant unseres Vaterlandes, ständig
deutsche Schuld heraufbeschwören und gütig über
die der anderen hinweggesehen, ja sogar die
geschichtliche Wahrheit leugnen (z.B. als Frau
Steinbach von der Teilmobilmachung Polens
sprach) bleibt die Freundschaft illusorisches
Wunschdenken. Der damalige Staatspräsident
Polens, Lech Walesa, durfte sich 1992
unwidersprochen in unentschuldbarer Art und
Weise über unser Land äußern: "Wenn die
Deutschen erneut Europa in der einen oder
anderen Art destabilisieren, sollte man nicht
mehr zu einer Aufteilung Zuflucht nehmen,
sondern dieses Land einfach von der Landkarte
ausradieren. Der Osten und der Westen besitzen
die notwendigen fortgeschrittenen Technologien,
um diesen Urteilsspruch durchzuführen." Wir
leisten Entschädigungszahlungen an Polen, obwohl
Millionen Deutsche um ihren gesamten Besitz
gebracht worden sind und wir um große Teile
unseres Landes. Das hat mit Freundschaft nichts,
aber auch gar nichts zu tun. Das ist eine
verabscheuungswürdige Kriecherei auf Kosten des
Deutschen Volkes, auf dessen Vertretung Sie als
Präsident vereidigt worden sind.
Sie
sagten jetzt in Auschwitz, Herr Bundespräsident:
"Die heutige Jugend muss die Wahrheit über das
nationalsozialistische Terrorregime kennen." und
weiter: "Deshalb hatte ich im vergangenen
November Jugendliche eingeladen, mich nach
Israel und Yad Vashem zu begleiten." Ich halte
dies für eine unzulässige Indoktrination von
jungen Menschen, die umso schlimmer ist, als
ihnen der
vollständige geschichtliche Hintergrund
vorenthalten wird. Unsere Geschichte schreiben
die Sieger, was von den Repräsentanten unseres
Landes ohne jeglichen Widerspruch hingenommen
wird. Unsere Kinder und Studenten verlassen
gehirngewaschen die Schulen und Universitäten
und die nach dem Krieg eingeführte Lizenzpresse
rundet das Bild ab. Wer nicht politisch korrekt
denkt, wird in vielen Fällen angezeigt, zu
Geldstrafen verurteilt oder zu Gefängnis,
verliert seinen Job oder seine Existenz
(erinnern Sie sich noch an den Abgeordneten
Martin Hohmann?). Wissen Sie überhaupt, daß
inzwischen weit über 100.000 Menschen in unserem
Land wegen sog. Meinungsdelikte zu Geld-
oder Gefängnisstrafen verurteilt worden sind?
Ich erinnere Sie auch an das Schlesiertreffen in
Hannover, bei dem Sie als Ministerpräsident
Niedersachsens, das Auslegen und den Verkauf von
Büchern untersagt haben, die in jedem Buchladen
frei verkäuflich waren und nicht auf dem Index
standen. Eine Zensur, die eindeutig Artikel 5
unseres Grundgesetzes verletzt hat. Genauso
rechtswidrig wollten Sie Herrn Sarrazin aus der
Bundesbank entfernen. Wenn Sie junge Menschen in
Ihre Politik einbeziehen wollen, müssen Sie
selbst ein Vorbild sein. Herr Bundespräsident,
fangen Sie jetzt damit an!!!
Gigi Romeiser
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