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NPD: Narrenfreiheit für Tel Aviv

 

Wieder hat eine der mächtigsten Militärmächte der Welt seine Todesmaschinerie auf den Gaza-Streifen gelenkt. Ein Gebiet, mit 365 Quadratkilometer kleiner als Wien und von fast 1,5 Millionen Palästinensern bewohnt, wird zu Lande, zu Wasser und aus der Luft beschossen, bombardiert, wird zum Ziel der Vernichtung.

 

Menschen werden zu Zielscheiben, die seit Monaten nur sporadisch mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Energie versorgt wurden, weil die demokratisch gewählte politische Führung Palästinas sich den Israelis nicht bedingungslos unterwirft. Selbst der pro-israelisch geltende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), bezeichnete die seit Monaten andauernde israelische Blockade des Gazastreifens als faktische Kollektivhaft der Bevölkerung.

 

Weil Israel in den zurückliegenden Monaten des Waffenstillstandes die Strangulierung der Bevölkerung kaum lockerte und sich die Lage im Gaza-Streifen einer menschlichen Katastrophe näherte, kündigte die Hamas den Waffenstillstand auf und versetzte den Israelis mit dem Abschuß einzelner Raketen Nadelstiche, die eher als Frustreaktion denn als ernsthafte Bedrohung zu werten waren. Doch sie waren den Israelis der gewünschte Anlaß für einen Versuch, die Palästinenser endlich zu vernichten und zugleich für die bevorstehenden Wahlen auf Stimmenfang unter der eigenen Bevölkerung zu gehen.

 

Die Bombardements und das Abschlachten palästinensischer Frauen, Kinder und Männer sind nach Umfrageergebnissen zu urteilen die besten Wahlargumente in Israel. Es geht um Macht und viel Geld, welches man dabei verdienen kann, wie die lange Zeit vertuschten Korruptionsaffären um Premier Olmert offenbaren. Der israelische Kriegsminister Ehud Barak wie die Außenministerin und einstige Mossad-Agentin Tzipi Livni, die bei den Umfragen weit zurücklagen, erreichten durch das blutige Gemetzel unter der palästinensischen Bevölkerung einen enormen Popularitätszuwachs, was außerordentlich beredt ist.

 

»Gnadenlos gegen die Hamas«

 

Die Wahlkämpfer überbieten sich mit Strafandrohungen gegenüber den Palästinensern. Während Barak erklärt: »Wir führen einen gnadenlosen Krieg gegen die Hamas und ihre Verbündeten«, will Oppositionsführer Benjamin Netanyahu von der Likud-Partei die radikale Palästinenserorganisation Hamas aus dem Gazastreifen ganz vertreiben, sollte er als Sieger der anstehenden Parlamentswahl hervorgehen. »Wir müssen etwas unternehmen, damit dieses Hamas-Regime von der Bildfläche verschwindet«, sagte Netanyahu in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

 

Nichts ist vor den brutalen Attacken der Israelis geschützt – weder Schulen noch Moscheen, weder UN-Flüchtlingslager noch die Universität. Gestärkt durch die bedingungslose Unterstützung seitens der USA und zunehmend auch Deutschlands, sind die Israelis unfähig geworden zu erkennen, daß mit jedem einzelnen dieser Bomben- oder Granattreffer der israelische Staat ein Stück seiner eigenen Existenzberechtigung in die Luft gesprengt hat und sich längst außerhalb der zivilisierten Weltgemeinschaft befindet.

Bereits im Frühjahr 2008 drohte der Vizeverteidigungsminister Matan Wilnai den Palästinensern mit einem Holocaust. Jetzt hat Israel der Hamas »Krieg bis zum bitteren Ende« geschworen. Was, wenn das Ende wie im Libanonkrieg anders als von den Israelis gewünscht, ausgeht? Was, wenn die Palästinenser ihren Staat in den historischen Grenzen errichten wollen? Dann sollen wieder Bundeswehr- und NATO-Einheiten das Überleben Israels sichern. Eine aberwitzige Logik.

 

Rituale ohne Konsequenzen

 

Der Zeitpunkt des Massakers an den Palästinensern ist nicht zufällig gewählt. Der scheidende US-Präsident, der angeblich bis 2008 den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern erreichen wollte, wird nichts mehr unternehmen. Bis zur Amtseinführung von Barack Obama am 20. Januar hieß es für die Israelis Fakten schaffen, damit Obamas »weiße Weste« noch unbefleckt bleibt. Bis dahin hat die israelische Regierung nahezu freie Hand für ihre Gewalttaten.

 

Da kann selbst das schweizerische Außenministerium fordern, die Gewalt sofort einzustellen, da das humanitäre Völkerrecht ernsthaft verletzt worden sei. Da kann der französische Präsident Nicolas Sarkozy Israel unverhältnismäßigen Gewalteinsatz vorwerfen und sich selbst der britische Premierminister Gordon Brown »zutiefst besorgt« zeigen. Das sind diplomatische Rituale ohne Konsequenzen.

Wichtiger schon, wie sich der nach den USA wichtigste Verbündete Israels äußert – Deutschland. Doch die deutsche Bundeskanzlerin ergreift uneingeschränkt Partei für den Staatsterrorismus der Israelis und bezeichnet sie als Selbstverteidigung. In einem Telefongespräch mit dem noch amtierenden Ministerpräsidenten Olmert behauptete Merkel, die Verantwortung für die Entwicklung im Gaza-Streifen liege »eindeutig und ausschließlich« bei der Hamas, wie der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg mitteilte. Muß sich der Aggressor Israel durch diese Worte nicht bestärkt fühlen?

 

Die Erklärung Merkels ist in mehrerer Hinsicht aufschlußreich. Es sind gerade sechs Monate vergangen, als georgische Truppen die von russischen Friedenskräften geschützte Zivilbevölkerung in Südossetien angriffen. Ein offensichtlicher Akt der Aggression. Und obwohl alle unabhängigen Beobachter zu diesem Ergebnis kamen, verkündete die Bundeskanzlerin, die Schuldfrage müsse zu einem späteren Zeitpunkt untersucht werden, die Reaktion Rußlands jedoch sei unverhältnismäßig und inakzeptabel.

 

Der Wähler hat die Wahl

 

Im Gaza-Streifen nun der umgekehrte Fall. Palästinenser, die sich mit Nadelstichen gegen ihre Kollektivhaft im von Israel kontrollierten Hungerkerker wehrten, werden mit einer unglaublich massiven »Vergeltung« bestraft, und die deutsche Bundeskanzlerin macht aus Tätern wieder einmal Opfer. Es drängt sich da nur der Vergleich mit Walter Ulbricht auf, der den Einmarsch von Truppen des Warschauer Vertrages in die Tschechoslowakei 1968 in ähnlicher Weise begrüßte wie die heutige Kanzlerin die Angriffe der Israelis verteidigt. Angela Merkel ein neuer Walter Ulbricht?

 

Der tschechische Außenminister Schwarzenberg sollte auch darüber einmal nachdenken, bevor sich der Fürst wieder zum Gespött der internationalen Diplomatie für seine Unterstützung der Merkelschen Position macht. Auf jeden Fall hat die Bundeskanzlerin durch ihre Parteinahme für den Aggressor den guten Ruf unseres friedliebenden Volkes in den Schmutz gezogen. Ob Gerichte sie dafür jemals zur Verantwortung ziehen können, ist ungewiß, denn das Leugnen des Holocaust an Palästinensern ist wohl nicht unter Strafe gestellt.

 

Und Bundesaußenminister Steinmeier? Wenn er im ZDF, auf die Verhältnismäßigkeit der israelischen Kriegsführung angesprochen, sich besorgt zeigt und erklärt, die Bilder(!) sprächen nicht dafür, ist selbst das nur als Nebelbombe gedacht, um vor der deutschen und internationalen Öffentlichkeit die Komplizenschaft mit dem israelischen Aggressor zu verschleiern. Doch der deutsche Wähler kann der Großen Koalition in wenigen Monaten die Quittung dafür geben. Zur Bundestagswahl bzw. aktuell am Sonntag zur Landtagswahl in Hessen mit seiner Stimme für die wirkliche Alternative in Deutschland, für die NPD.

 

Kersten Radzimanowski

NPD-Pressestelle

Bildquelle: Anti-israelische Protest in Deutschland. www.german.irib.ir/

 

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