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Ex-BDI-Chef Henkel kritisiert duckmäuserische Haltung deutscher Politiker

BERLIN. Der frühere Chef des Bundes der
Deutschen Industrie (BDI) Hans-Olaf Henkel
hat die duckmäuserische Haltung deutscher
Politiker kritisiert. In seinem neuen Buch
„Rettet unser Geld“ schreibt er, daß vermutlich
die Niederlage von 1945 und die
UNO-Feindstaatenklauseln die Ursache dafür sind,
daß sie sich ständig „vor dem Ausland ducken “.
Der ehemalige Chef von IBM Deutschland
kritisiert darin den „Betrug“ der
Euro-Teilnehmerstaaten, die wegen ihrer hohen
Staatsausgaben jetzt auf die Unterstützung
anderer Staaten wie Deutschland angewiesen sind.
Deutschen Politikern dagegen wirft er einen
„Putsch“ gegen die Verfassung und „Untreue“ vor.
Zudem sei Deutschland eine „Maulkorb-Republik“,
in der Tabus und eine falsche Moral die
Meinungsfreiheit einschränkten.
Über die Motivation der deutschen Politiker,
ausländischen Forderungen immer wieder
nachzugeben, heißt es in dem Buch: „Ja, oft
hatte ich das Gefühl, daß unsere Freunde
diesseits und jenseits des Atlantiks geradezu
darauf spekulierten, daß wir uns grundsätzlich
duckten, weil wir nun einmal daran gewöhnt waren
oder weil wir ‘den Krieg verloren’ hatten oder
in der UN-Charta formal immer noch als
‘Feindstaat’ gelten, auch wenn wir wieder als
temporäres Mitglied im Sicherheitsrat sitzen
dürfen.“
Verheugen bestätigt Henkels Thesen indirekt
Henkels Einschätzung wird durch eine aktuelle
Äußerung des früheren EU-Kommissars Günter
Verheugen (SPD) untermauert,
der bei Maybritt Illner im ZDF am Donnerstag
gesagt hatte, die EU diene vor allem der
„Einbindung“ Deutschlands. Noch immer
bestimme die Niederlage der Deutschen im Zweiten
Weltkrieg die Haltung der deutschen und der
europäischen Politiker.
Verheugen sagte wörtlich: „Dieses ganze Projekt
Europäische Einheit ist wegen Deutschland
notwendig geworden. Es geht immer darum
Deutschland einzubinden, damit es nicht für
andere zur Gefahr wird. Das dürfen wir in diesem
Land nicht vergessen.“
An seinen Mitdiskutanten Joachim Starbatty
gewendet fügte er hinzu: „Wenn Sie glauben Herr
Starbatty, daß das 65 Jahre nach Kriegsende
keine Rolle mehr spielt, dann sind Sie
vollkommen schief gewickelt. Ich kann Ihnen nach
zehn Jahren Brüssel sagen: Das spielt jeden Tag
noch eine Rolle. Die Art und Weise, wie
Deutschland in Europa auftritt, wird anders
beurteilt als die Art, wie Luxemburg in Europa
auftritt. Und das aus gutem Grund.“ (rg)
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