Russland zwischen den Blöcken

Bei seinem Auftritt auf einer Wirtschaftstagung
Ende November in Berlin spielte der russische
Premier Wladimir Putin noch die Rolle des
Großmachtrepräsentanten. „Ich weiß nicht, womit
Sie heizen wollen“, fragte er die deutschen
Wirtschaftführer und Politiker. „Sie wollen
keine Atomkraft, Sie wollen kein Gas. Wollen Sie
wieder mit holz heizen? Das müssen Sie auch aus
Sibirien holen!“ Nur mit einer engen
Zusammenarbeit schaffe man den Weg aus der
Krise.
Doch das selbstgewusste Auftreten Putins kann
nicht darüber hinwegtäuschen: Russland versucht
sich zur Zeit in einem Balanceakt von globaler
Dimension.
Auf der einen Seite ist es Ideengeber und
Mitglied der „Schanghaier Organisation für
Zusammenarbeit“ (SCO), einem Zusammenschluss von
Russland, China, Indien, Pakistan und einigen
zentralasiatischen Staaten zum Zwecke, den
US-gestützten Globalismus einzudämmen, die
asiatischen Rohstoffe vor allem, um die NATO
wieder aus Zentralasien zu vertrieben.
Auf der anderen Seite arbeitet Russland mit der
NATO zusammen und will deren Mitglied werden,
welche sich unter dem Vorwand der
Terroristenbekämpfung weltweit Polizeifunktion
anmaßt und einen selbstständigen Staat nach dem
anderen überfällt, wenn Rohstoffe und
strategische Stellungen zu gewinnen sind.
Die Positionen sind im Grunde unvereinbar. Das
Verhalten Russlands zeugt von seiner
Unsicherheit im weltweiten Mächtespiel.
Tatsächlich hat Russland berechtigte Sorgen vor
der wirtschaftlichen und militärischen
Expansionsdynamik der „einzigen verbliebenen
Weltmacht“ USA, aber gleichzeitig auch Angst vor
einem Ausgreifen des gelben Riesen nach
Sibirien. Beide Bündnisse sind für Russland im
Gründe unnatürlich.
Auch und gerade das Liebäugeln mit der NATO
würde Russland im Zweifel nicht davor bewahren,
von dieser als Aufmarschgebiet gegen China und
als gewaltiges Rohstofflager betrachtet- und
benutzt zu werden in der gleichen
Vasallensituation, in der sich inzwischen die
restlichen Staaten Europas im Korsett von EU und
NATO befinden.
Dort allerdings, wo Russland angesichts der
gleichen Feinde tatsächlich Rückendeckung
erhoffen und erwarten dürfte, und dies auch
immer wieder versucht hat, nämlich im alten
Europa und vor allem in dessen Mitte, die
ursprünglich das Deutsche Reich ausgefüllt hat,
klafft heute in Gestalt der BRD ein tiefes,
schwarzes Loch.
Bismark hatte anlässlich der Wiedergründung des
Deutschen Reiches 1871 versäumt, den fälligen
zweiten Schritt nach dem ersten zu gehen und
Großraumpolitik zu machen und hat somit den
alten Erdteil für über ein Jahrhundert den
Flügelmächten ausgeliefert.
Diese Flügelmächte erwiesen sich beide als
Werkzeuge des Zionismus, einer kapitalistischen
Geldmacht, dem auf dem Wege zur Weltherrschaft
vor allem das Deutsche Reich im Wege stand.
Inzwischen ist die östliche, kommunistische
Flügelmacht vom Zionismus abgearbeitet und
Russland als geschwächter Staat übriggeblieben,
der sich allerdings in seiner nationalen
Wiedergeburt übt. Hinzugetreten ist mit China
eine weitere Großmacht, die drauf und dran ist,
den Vereinigten Staaten den Rang als „einzige
verbliebene Weltmacht“ abzulaufen. Damit sind
die Karten neu gemischt.
Europa ist samt Russland zwischen die Mühlräder
des Zionismus auf der einen Seite und Chinas auf
der anderen Seite geraten. Der Ausbruch aus
dieser Lage – und damit eine tragfähige
politische Neuordnung – kann nur gemeinsam
gelingen. Im Grunde setzt die Neuordnung die
Wiedergeburt des Deutschen Reiches voraus in
einem von diesem gestützten „Europa der Völker“.
Es gilt also, das schwarze Loch inmitten Europas
rasch zu schließen, um den Frieden zu sichern
und die Zukunft souverän zu gestalten.
Dr. Rigolf Hennig
Dr.
Rigolf Hennig
in Gesinnungshaft (27.07.06)...
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