Friedensnobelpreis für Obama bedeutet Krieg
US-Präsident
Barack Obama erhält den Friedensnobelpreis – ist
das nicht schön? Es geht so. Erstens: Wofür? Für
Guantanamo? Für Afghanistan? Für den Irak? Denn
diese Menschenrechtsverletzungen und Kriege sind
längst auch Obamas Verbrechen. Zweitens bedeutet
der Friedensnobelpreis für Obama Krieg.
»Die überraschende Auszeichnung von US-Präsident Obama mit
dem Friedensnobelpreis hat international ein
gespaltenes Echo ausgelöst«, schrieb die Website
der Tagesschau
am 9. Oktober 2009 über den Friedensnobelpreis für
den US-Präsidenten Barack Obama: »In seiner Heimat
gab es verblüffte und kritische Stimmen, in Europa
Anerkennung und in Israel Begeisterung.«
«In den US-Medien wurden umgehend kritische Stimmen laut»,
fuhr die
Tagesschau-Website fort: «Der
Kommentator des
Wall Street
Journals sprach von einer bizarren
Entscheidung». Tatsächlich gab es bei Barack
Obamas Inszenierung als Friedenstaube diesmal zum
Glück auch Kritik. Das Ganze wirkte einfach zu
aufgesetzt. Ironisch fragte der WSJ-Komentator,
«ob Obama den Preis dafür bekommen habe, dass er
einen Frieden mit der ehemalig parteiinternen
Rivalin Hillary Clinton geschlossen habe». Eine
gute Frage. Und: «Irritiert zeigten sich auch die
Washington-Korrespondenten des US-Senders CNN und
verwiesen auf die aktuellen Kriege mit
US-Beteiligung im Irak und in Afghanistan.»
Wer sich selbst von diesen Medien kritische Fragen und
Kopfschütteln einhandelt, der muss wirklich arg
daneben liegen.
Der Friedensnobelpreis für Obama ist also eindeutig eine
künstliche und aufgesetzte Maßnahme. Aber warum?
Was hat man mit Obama vor? Meine Leser werden sich
erinnern, dass ich schon früher kritisch mit Obama
umgegangen bin.
«Obama bedeutet
Krise und Krieg»,
hatte ich geschrieben. Und nun? Lag ich
also daneben? Hoffentlich.
Aber wahrscheinlich nicht. Im Gegenteil. Denn dass Obama als
Friedensapostel inszeniert wird, bedeutet nichts
Gutes. Es ist eine strategische Operation. Sie
erinnert an die Appeasement-Politik der Briten vor
dem Zweiten Weltkrieg. Je mehr man selbst als
Friedenstaube erscheint, umso leichter kann man in
einen Krieg eintreten. Ein – vermeintlicher –
Friedensapostel wie Obama kann einen Krieg viel
leichter legitimieren, als ein Politiker wie
beispielsweise George W. Bush. Tatsächlich stehen
wir hier vor zwei völlig unterschiedlichen
Legitimationsmethoden:
Methode Bush: Ein mäßig bis unbeliebter Präsident wird
angeblich angegriffen, bekommt vorübergehend die
Legitimation für zwei Feldzüge, verliert sie aber
aufgrund der eigenen offensichtlichen
Kriegslüsternheit sehr schnell wieder. Am Ende
steht er als Schurke da.
Wie wäre es aber mit der Methode Obama: Ein Friedenspräsident
mit einem Heiligenschein wird feige angegriffen.
Ja, schlimmer noch: Seine Friedfertigkeit wird
durch einen feigen Angriff bitter enttäuscht und
verraten – werden die Menschen da nicht wie ein
Mann hinter Obama stehen? O doch!
Die Wahrheit ist: Niemand hat eine bessere Legitimation für
einen Krieg als ein Friedensnobelpreisträger.
Barack Obama wird ohne Rücksicht auf die Tatsachen mit
Friedfertigkeit aufgeladen und gegebenenfalls viel
schlimmer zuschlagen können, als ein George W.
Bush es je gekonnt hätte. Sagte ich »zuschlagen«?
Nicht doch: Zurückschlagen, natürlich. Lassen Sie
sich daher nicht täuschen. Barack Obama und
seine Hintermänner wollen ohne jeden Zweifel
Krieg, und zwar schon bald. Mindestens mit dem
Iran, vielleicht aber auch mit Russland. Ob sie
ihn auch bekommen werden, ist freilich noch nicht
ganz sicher.
Gerhard Wisnewski
09.10.2009
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